Samstag, 15. August 2009

The day after yesterday

Haha, toller Titel... mir gehen die Titel aus, das ist das Problem.

Passend wäre auch gewesen: "Verkatert in Seattle" statt Schlaflos... oder vielleicht "Die fabelhafte Welt der furnished appartments"... egal, ich zitiere jetzt einen Emmerich Klassiker.

Wie war also mein Tag heute? Naja... schwerfällig zu Beginn... ich hatte Kopfschmerzen (wen wunderts) und nen ziemlich ekelhaften Geschmack im Mund (nicht was ihr jetzt wieder denkt... einfach so). Erstmal unter die Dusche, langsam zum Frühstück runter und da gings mit dem Nervfaktor schon los. Nervige kleine Drecksamerikaner, die unerzogen überall vor meinen Füßen rumspringen, wo ich doch in Zeitlupe sehe und mein Kopf trommelt wie eine Jungle Drum (was ein Zweideutiger Scherz... und der wird besser, wenn ich erzähle was wir für Montag geplant haben...)... dazu gab's amerikanisches Kinderkabelfernsehen... "Who's Raven" oder so... eine laute, grellbunte Ansammlung von seltsamen Dingen, die sich nur Amerikaner ausdenken können... das Mädel (aus der Serie, nicht das nervige Kind in der Lounge) war auf einer afrikanischen Inselkolonie (glaub ich, hab den Anfang verpaßt) und wurde dort von kräftigen Schwarzen getragen, weil sie sobald sie den Boden betritt mit dem Prinz der Insel verheiratet wird... häh?!?! ...

Ums kurz zu machen: Der Tag ging nicht ganz so optimal los...

Danach haben wir uns in die Stadt gewagt, um endlich mal nach furnished appartmens zu suchen (vgl. auch ersten Absatz). Gefunden haben wir nichts wirklich Weltbewegendes bis auf eines. Die melden sich Montag zwecks Termin. Mal sehen, ob das was kann... ansonsten bleib ich im Hotel. Denn richtig möbliert gibts kaum etwas. Die meisten muss man selbst einrichten... man wählt also was man will und zahlt dementsprechend dafür... nur sowas auch noch zu machen neben all der Arbeit und sonstigem Stress: Ne... echt nicht... bin froh, wenn mein Umzug in München über die Bühne geht, ich zieh garantiert nicht mit Möbelwahl auch noch in Seattle um... also weiß Gott nicht...

Naja... während wir also hier rumspaziert sind, haben wir natürlich auch einige ganz lustige oder seltsame Dinge entdeckt.

Zum Beispiel das fahrende Schwein, eine Sandwichbude:

Hot Dog-Stand

Oder einen echt bayrischen Metzger (keine Ahnung, ob der ungefähr so bayrisch ist, wie das Kölsch eben nicht aus Köln, sondern aus Oregon ist... ) Achso: Es gibt die Tage hier ein bayrisches Fest. Mal kucken, wie das so ist. Schön mit echter bayrischer Musik, echtem bayrischem Essen, tollem bayrischem Bier und nicht zu vergessen diesen typisch bayrischen Stickern und Bildchen und Kühlschrankmagneten, die man in Bayern (das ist irgendwo in Europa) an jeder Strassenecke kaufen kann... o.O...

Bayrischer Metzger

Danach gings weiter Richtung 1st Avenue, weil dort einige Housinganbieter sein sollten; wir sind dann an einem ziemlich bekannten Park vorbeigekommen... der ist so bekannt, dass ich den Namen wieder vergessen habe. Auf alle Fälle wurde er von Bill Gates und seiner Frau gestiftet bzw. besser gesagt von seiner Stiftung finanziert. Dort laufen dann freiwillige Leute rum, die ein Schild mit "Ask me" tragen und damit zum Ausdruck bringen wollen, dass man sie - wer hätte es gedacht - zu allem hier fragen kann. Meist können sie einem dann auch so ziemlich alles beantworten... meist...

Interessant in USA ist ohnehin, dass die für jeden Mist einen Job haben. Da gibt es am Flughafen wirklich Leute, die den lieben langen Tag ein Megaphon in der Hand haben und brüllen, dass US Bürger bitte Line 1, 2 und 4, Visaeinreisende bitte Line 3, 5 und 6 (keine Ahnung warum die da 3 und 4 vertauschen, soll vllt. den Anspruch für den Job erhöhen... nicht an den Fingern abzählbare Ansage = mindestens Highschoolabschluss - bin ich böse...) zu nutzen haben. Oder aber im Starbucks gibts einen, der die Bestellung aufnimmt, einen, der das Sandwich aus dem Regal nimmt, einen, der das Sandwich toastet, wieder einen, der den Tee/ Kaffee macht und wiederum einen, der dann das ganze Zeug aushändigt. Ich glaube der, der die Bestellung aufnimmt ist der Chef... schätz ich mal... der kriegt ja auch das Geld...

Wo war ich? Beim berühmten Park. Da gibt es solche "genialen" Kunstwerke aus Stahl... viele davon... seeeeehr viele davon:

CIMG0054

Daneben ist Alaskan Way, das liegt direkt am Wasser (Waterfront) und dort geht es weiter zum sog. Myrtle Edwards Park... was auch immer dort ist, es scheint wahnsinnig spannend zu sein...

Menschenmassen vor einer Legalize Drugs Veranstaltung

Auf dem Foto sieht man eine Menschenmenge... die geht auf der linken Seite des Bildes weiter und auf der rechten bis zum Horizont sozusagen auch. Die stehen da schön in Reih und Glied (der Amerikaner steht insgesamt sehr gerne an... egal wo eine Schlange ist, er stellt sich an. Schön artig... und wehe man geht nicht in der Schlange... dann wird man nicht bedient/ darf nicht in den Aufzug oder bekommt sonst Ärger...)

Naja, wir also weiter ohne zu wissen, weshalb da so viele Menschen anstehen - Memo an mich selbst: du wolltest das googeln -> To Do für Morgen.

Irgendwann kamen wir dann auch noch an der Key Arena vorbei... das sagt jetzt wahrscheinlich den wenigsten etwas, aber dort haben früher mal die Super Sonics gespielt; mein Lieblingsbasketballteam aus der Western Conference damals als ich selbst noch Basketball gespielt habe. Mit Det "The Threat" Schremp bzw. Gary Payton... die mochte Jürgen (für alle, die ihn kennen) ebenfalls sehr gerne... und sie haben laufend gegen die Chicago Bulls (mein absolutes Lieblingsteam) verloren. Also ein Teil meiner Vergangenheit... jetzt spielt da die Frauenbasketballmannschaft/-frauschaft? Seattle Nochirgendwas... schade irgendwie...

Key Arena

Auf dem Rückweg gabs dann noch ein nettes Gimmick für meinen alten Herrn: Eine perlweiße Goldwing mit drei Rädern:

CIMG0055

Hab ich erwähnt, dass die Amis spinnen? Ich meine ja...

Danach sind wir ins Hotel, haben bis 19 Uhr Pause gemacht und uns anschließend in einer American Sportsbar bei Burger und Bier Football und Baseball angekuckt... irgendwie hat das schon was hier...

Ach doch: Ich war dazwischen noch nach CDs kucken. Gefunden hab ich nichts. Allerdings hab ich einiges über die Strassenregeln hier gelernt: Niemals bei Rot über die Strasse gehen. Auch wenn kein Auto kommt. Sonst wird man von einem Polizisten auf dem Fahrrad darauf hingewiesen:

"Entschuldigen Sie bitte. Die Ampel ist rot..." (Eigentlich war's eher etwas wie: "Stop, Sir! Now!" - stehenbleiben, salutieren - "What lights do you see, sir? Red or green?" - erneutes salutieren "Red lights, sir! Never seen any green lights, sir! I hate green lights, sir! Luv seeing the red ones, sir!" )

"Öh... stimmt..."

"Rot heißt stehenbleiben. Woher kommen sie?"

"Äh... Deutschland" ... ... ... "Sir..."

"Aha. Gibts da keine roten Ampeln?"

"Öhm... doch" ... ... ... "Sir..."

"Und da geht man bei rot?"

"Nein, Sir" (ich wurde besser...)

"Warum machen Sie das dann hier?"

"Naja... ich... hab nicht darauf geachtet... Sir..."

"Gut... diesmal ist das noch in Ordnung. Das nächste Mal aber aufpassen, ja?"

"Klar, Sir. Danke, Sir" (gnaaaaaaaaaaaaaaarf... ich geh NIE wieder bei rot über die Ampel... in USA... oder aber ich kuck mich nächstes Mal um, ob da ein Cop rumsteht...)

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