Freitag, 14. August 2009

Stressige Tage erforden Maßnahmen zum Stressabbau

Freitage ... irgendwie sind hier immer die Freitage unangenehm. Gestern abend habe ich mich wirklich intensiv auf ein sehr wichtiges Meeting vorbereitet. Warum? Naja, weil mir von jeder Seite gesagt wurde, dass wir eine der Leiterinnen unserer Hauptansprechpartner von unserem Projekt hier überzeugen müssen und das obwohl sie davon nichts wissen will. Super... und keiner unserer richtig großen ist hier... Na egal, ich bin ja der Verantwortliche vor Ort, also muss ich da durch. Will ja Karriere machen, ne? Insofern den halben Tag genommen und mich vorbereitet wie noch nie zuvor. Was wann sagen? Wie einsteigen? Was kann sie erwidern? Wie gehe ich darauf ein? Wo zieh ich die Grenze? All sowas... Resultat war, dass ich nicht mal ansatzweise die Sachen vorhergesehen hatte, die die hier auf dem Schirm hatten und dennoch als Gewinner aus dem Meeting raus bin. Wir machen weiter... Uff...

Danach - ich schon gefühlt im Wochenende - noch einen weiteren heißen Tanz mit unserem Hauptansprechpartner hier. Ihr wißt schon: Der, der letzte Woche so richtig "nett" war... da mit leichten Bauchschmerzen rein, aber auch da liefs top. Er ist happy, wir sind happy; jeder kennt seine Grenzen, alles gut...

Als wir dann noch eine Ex-Kollegin getroffen haben, die jetzt hier beim Mandanten als Trainee arbeitet (kleine Welt) hatten wir uns spontan zum abendlichen Bier und Feiern verabredet.

Hendrik und ich also gegen 19 Uhr losgezogen in nen Diner. Die ersten zwei Biere und einen Burger verdrückt. Dabei Baseball New York Yankees gg. Seattle Mariners gekuckt. Endlich hab ich Baseball verstanden. Die Tage werden wir ins Stadion, so viel ist klar. Schön mit Hot Dog und Bier auf der Tribüne "Go Mariners go!" und all so Zeug. Amerikanisch eben. Mal sehen, ob ich auch salutiere.

Weiter gings zu ner Cocktailbar, in der wir die anderen treffen wollten. Insgesamt waren wir dann gut und gerne 8 Leute. Sehr coole Leute wohlgemerkt. Dort zwei Gin Tonic vertilgt und irgendwann realisiert, dass die Bar deswegen "The Chapel" (Die Kapelle) heißt, weil das Ding früher ein Leichenschauhaus war... urgs... erklärte auch das Weihwasserbecken am Eingang, das mit Erdnüssen gefüllt war und unter Umständen auch die Totenköpfe auf den T-Shirts der Barkeeper... egal wie, der Laden ist genial. So gegen 22 Uhr kamen dann Leute, die eine Bühne aufgebaut haben. Kurz danach sind Tänzerinnen mit Fackeln aufgetreten, die einen Feuertanz aufgeführt haben... daneben johlende Amerikaner und irgendwelche johlende Deutsche (zu denen ich natürlich NICHT gehört habe... )... insofern ein weiteres Mal darin bestärkt worden, dass die Amis spinnen. Bilder hiervon (leider schlecht, da ich statt der Kamera dummerweise nur da Blackberry dabei hatte... passiert mir nicht nochmal)

The Chappel

The Chappel

Auf dem zweiten Bild ist ein Kerl zu sehen, der sich die Fackeln unter die Achseln geschoben hat... dabei sah er total gelangweilt aus... ich meine, ich weiß, dass das hier eine sehr alternativ angehauchte Stadt ist, aber wieviele Drogen hat der Typ bitte geschluckt???

Wie auch immer, Locationwechsel war angesagt. Es ging ins Havana (?), das ist so ein House/ Hip-Hop-Club (also genau mein Musikstil *würg*), der in einem völlig runtergekommenen Hinterhof ist... aber wohl tierisch angesagt ist... ewig lange Schlange, viele Leute weggeschickt, wir dank deutschem Reisepaß entspannt reingekommen.

Dort dann richtig schön bis ca. 1 Uhr morgens gefeiert. Zwei Budweiser / Heineken inklusive... war'n geiler Abend und vor allem hatten wir uns den verdient... Foto (schlechte Qualität, weil Fotograph angeschlagen war...)

Havanas

Der Laden war gesteckt voll... dabei gab's im Gegensatz zu Deutschland eine Frauenquote von ca. 60 - 70%... interessant ist dabei die Kleiderwahl. Die Amerikanerin von Welt ist extrem aufgebrezelt: Hochhakige Schuhe, enges Kleidchen, dicke Schminke. Die Jungs dagegen (ich inklusive) sind sehr leger...

Und was noch auffällt: Die Amerikanerinnen sind egal wie prüde sie im Leben draußen sind, in Clubs... ähm... nennen wir es vorsichtig aggressiv...

Geilstes Erlebnis (und Zeichen meiner eigenen dummerweise zu guten Erziehung):

Tanzfläche, Amerikanerin lächelt, ich lächel zurück (warum auch nicht?), sie prostet mir zu, ich ihr, dann steckt sie den Kopf rüber und es geht klassisch los (wie in jedem normalen amerikanischen Lokal auch...):

"Hi, schön dich zu treffen, wie gehts?" (soweit ganz normal, das tun die alle)

"Super geht's, freut mich auch. Wie gehts selbst?"

"Danke der Nachfrage, ziemlich gut. Toller club oder?"

"Jep."

"Was trinkst du?"

"Ein Budweiser, du?" (hab's in der Hand, du Nudel, doofe Frage... )

"*nuschelnuschelnichtsverstanden* Du bist nicht von hier oder?"

"Ne, Deutschland. Warum?"

"Hört man am Dialekt. Woher da?"

"München"

"Cool. Meine Cousine hat mal in der Nähe von Mainz gearbeitet" (*sic* ich glaube der Amerikaner, der nicht irgendeinen Verwandten hat, der mal irgendwo in Dtld gearbeitet hat, muss erst noch erfunden werden...)

"Aaaah... interessant... ist aber etwas weg von München"

"Ja, stimmt. Sag mal... wollen wir gehen?" (Ab hier war ich verdattert)

"Öhm ... gehen? Wie gehen?" (Wie gesagt... verdattert...)

*lächeln* (Aha, so also gehen... hatte ich sowas nicht schon mal gehört?)

"Du meinst raus oder wie?" (Gott, so naiv bist du nun auch nicht, also stell dich nicht blöder als du bist!)

"Naja, ich dachte zu mir oder zu dir?" (Gesichtszüge entgleisen, ich klammer mich erstmal an meinem Bier fest, dann fall ich vielleicht nicht extrem unmännlich in Ohnmacht. Versteht mich nicht falsch. Die sah echt gut aus. War auch glaube ich ganz nett... wobei genau da mein Problem war... ich glaube es! Ich mein... USA ist ja nett und so, aber gehört zu einem "zu mir oder zu dir" nicht etwas mehr als ein Dialog von vielleicht drei Sätzen dazu? Mh... was also tun? Find ne Lösung... find sie... jetzt! LOS! )

"Ach weißte... *hüstel* ... ich bin ja grad erst angekommen... und äh... naja... also... ich bin ja mit denen hier da... sozusagen... und so...außerdem gibts ein zu mir ja nicht so ganz, weil ich ja im Hotel und so... weißte... ne?" (und überhaupt bin ich kein Mann für eine Nacht! So billig kriegt man mich nicht! Püh! Zumindest nicht nach zwei Sätzen... und ner Cousine in Mainz! Ich meine Mainz! Bäh! Allein das ist ein Ausschlusskriterium...)

"Achso. Schade. Na, wir sehn uns" sprach sie und tanzte zum nächsten... mit dem hat sie dann ca. 10 Minuten später den Club verlassen...

God bless America!

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