Samstag, 29. August 2009

Riding the duck

"How to get from a duck? - You don't get from a duck, you only get from a goose!"

Keine Ahnung was daran komisch sein soll, aber es war es wohl. Zumindest die meisten der Amerikaner haben gelacht...

"Wobei?" könnte jetzt die berechtigte Frage sein? Naja beim Duckride! Wir haben uns heute (knapp 14 Leute, die sich alle über diverse Ecken kennen oder jemanden kennen, der jemanden kennt) getroffen und sind mit einem der Amphibienfahrzeuge aus dem zweiten Weltkrieg gefahren. Angeblich wurden die insbesondere für die Landung der Aliierten auf Sizilien genutzt. Sizilien? Das ist in Italien. Ihr wißt schon in der Nähe von Europa... und nein, ich meine damit nicht den Bundesstaat der USA namens Europa... (den gibts nicht? Ups...hab ich wohl in der Highschool nicht aufgepasst... )

Diese Duckfahrt ist auf alle Fälle ein absoluter Klassiker hier. Man fährt eine große Runde zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Da es so viele davon nicht gibt, verbringt man einen Großteil der Zeit damit auf doofe Musik zu klatschen, zu johlen und sonstige Urlaute von sich zu geben. Dadurch dass das alle machen, fühlt man sich nur halb so dumm und ab ner gewissen Zeit macht es dann auch richtig Spaß.

Beispiel gefällig? Bei jedem Starbucks (und es gibt vieeeele!) schreit der Fahrer in sein Megaphon "Starbucks", alle Mitfahrer heben die rechte Hand, reiben die Finger aneinander als wollten sie zahlen und schreien "Charging!" (heißt so viel wie belaste mich... oder haben wir "Katsching" geschrien, wie das Geräusch einer Kasse? Egal... macht beides Sinn und ist doch sinnlos, so wie eigentlich der gesamte Trip...). Oder man tanzt zu YMCA... oder macht bei "Who let the dogs out" (Wer's nicht kennt, anhören!) "Who, who, who, who!"... gerne auch bei MC Hammers "Can't touch this" die Hände in die Luft werfen oder bei einem Discosong mit der rechten Hand in der Luft rumstochern. Zusammen mit johlenden, entusiastischen Amerikanern ist das wirklich witzig.

Außerdem sind die Amerikaner (ich schrieb ja bereits wie locker die am Wochenende sind), die man auf den Bürgersteigen trifft völlig begeistert und jubeln mindestens genauso wie die Leute in dieser Ente... selbst wenn es Anwohner der Stammroute sind und die Enten da am Tag 30 Mal vorbei kommen. Irre, aber irre gut... glaubt ja keiner, dass sowas in Europa auch nur ansatzweise ginge oder?

Also egal. Mit dem Teil rumgefahren. Viel zu erzählen gibts eigentlich nicht neben dem obigen. Außer vielleicht, dass unser Fahrer "Captain Justin Credible" war, was sozusagen ein Synonym zu "Just incredible" ist und "Einfach unglaublich" bedeutet. Dazu war der Kerl unglaublich (haha) gut gelaunt und hat einen dummen Witz nach dem anderen gemacht. Über sich, über Seattle, über die Welt... nie über die Mitfahrer, die Ducklings (Entenkücken) - das wäre schlechter Stil in USA: man macht keine Witze über die zahlende Kundschaft.

Mit dem Teil sind wir also durch die Stadt. Bilder kommen wie gehabt demnächst, weil eben mein Internet sehr langsam im Hotel ist. Ich hab zum Beispiel die Klinik aus "Grey's Anatomie" gesehen. Oder auch das Hausboot, in dem Tom Hanks in "Schlaflos in Seattle" heulend um seine verstorbene Frau trauert... alles untermalt mit doofen Witzen des immer wieder hutwechselnden Fahrers (darauf bitte bei den Bildern achten)

War wie gesagt sehr lustig. Mal sehen, ob ich unser Gruppenfoto einscannen lassen kann und auch hier hochlade.

Danach bin ich eben zu Mayc's, da meine Uhr stehengeblieben ist. Batterie alle. Service in USA heißt: Batteriewechseln in einer Minute mitsamt Einstellung der Uhrzeit, des Datums und Reinigung des Gehäuses. Das Ganze für knapp 10 Doller. Boff. Das mal ein Wort... sie geht auf alle Fälle wieder (seit knapp einer Woche, was bin ich froh... ich kucke jetzt gewohnheitsmäßig bereits aufs Handy, weil meine Uhr ja ewig nicht ging... muss mich wieder umgewöhnen...)

Abends sind Hendrik und ich dann noch in eine lokale Fastfoodkette namens "Kidd's Valley Burgers & Shakes". Dort einen dermaßen großen Cheeseburger konsumiert, dass er mir jetzt nach drei Stunden noch quer im Magen liegt... aber traumhaft lecker. Von einem typischen amerikanischen Schwarzen serviert, der sich köstlich mit uns über unsere Namen amüsiert hat und darüber, dass er sie sich nicht merken konnte. Am Ende waren wir nur noch "Ey man!" oder "Germany?".

Danach sind wir dann noch an die Hotelbar und haben meine Cocktailgutscheine gegen Gin Tonics eingetauscht... jetzt sitze ich hier und schreibe kurz zusammen, nur um gleich ins Bett zu gehen, weil mir morgen um 7:30 Richtung Mount Rainier aufbrechen. Neben der Space Needle DAS Wahrzeichen Seattles und ein absolutes Naturschauspiel. Leider eben dreieinhalb Fahrtstunden entfernt. Wir sind knapp 9 Leute und wollten den soweit es geht hochklettern, um einige Fotos schießen zu können. Wird sicher lustig. Leider eben sehr früh... und das bei einem sich anbahnenden Schnupfen dank der Klimaanlagen. Insofern geh ich jetzt noch heiß baden, schmeiß mir ne Aspirin rein und hoffe morgen fit genug zu sein, damit ich das nicht verpasse: denn lange sind die anderen leider nicht mehr hier...

Bayrische Kultur in Amerika

Heute haben wir uns mit unserer ursprünglich fürs Team geplanten amerikanischen Kollegin und ihrem Freund in der Prost Tavern, einem bayrischen Lokal in Seattle getroffen.

Ich verschweige jetzt die Tatsache, dass wir erst zum falschen Lokal gefahren sind, weil Google beim Namen deren Zentrale, nicht das Lokal ausgibt, das wir gesucht hatten... insofern quer durch die Stadt für nix und dann wieder den quasi gleichen Weg zurück, weil wir eigentlich fast ums Eck wohnen... da dachte ich schon, der Abend sei gelaufen.

War er aber nicht. Sue und ihr Freund waren richtig klasse und wir hatten wahnsinnig viel Spaß zusammen. Viele Dinge gelernt unter anderem, dass es sich leichter englisch spricht, wenn man ein, zwei Biere intus hat. Oder auch, dass Amerikaner sehr gerne deutsches Bier trinken und dabei zum Teil drei volle Literkrüge vernichten und sich dann wundern, weshalb sie betrunken sind.

Es gab dort sogar eine Schlachtplatte. Zwar kein Geselchtes, dafür aber Salami (endlich!!!!), Schwartbrot (wußte nicht, dass das bayrisch ist...) und ekelhaften süßen Senf. Hab ihm mal den Tipp mit Hendlmaier gegeben. Mal sehen, ob's was hilft. Dazu gabs eine Maß Paulaner Oktoberfestbier. Ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass das nach knapp einem Monat in USA mit Burgern und künstlichem Bier mal richtig gut tat?

Was hab ich da noch gelernt? Achja: Amerikanische Frauen stehen auf Europäer. Wir sollten den Exotenbonus spielen (ach echt? Das war mir ja noch nicht aufgefallen...): Am besten sei die Strategie zu erzählen, man sei erst gestern (noch besser vor einigen Stunden) angekommen, total müde, vielleicht sogar mit verlorenem Gepäck, und jetzt einfach nur froh, einen netten Club gefunden zu haben. Und umso froher ist man natürlich, dass man eine nette Amerikanerin getroffen hat, die sich mit einem unterhält. Dazu noch etwas deutlicher den deutschen Akzent raushängen lassen und angeblich geht man in den richtigen Läden dann als Deutscher nicht alleine nach Hause... ahja... wird sich zeigen, immerhin nehmen uns die beiden (besser gesagt, er mit seinen Kumpels das nächste Wochenende mal mit zum Clubhopping). Wird sicher lustig :-)

Auch gelernt habe ich - gestern allerdings bereits - dass die besten Burger in total seltsam aussehenden, kleinen Lokalen in Nebenstraßen verkauft werden. Und man dort dann aber nur bis längstens 21 Uhr etwas bekommt (wie übrigens in der gesamten Innenstadt... was uns am Mittwoch beinahe zum Verhängnis wurde, so spät gings vom Mandanten raus...). Dafür war der Burger dort ein Traum... wirklich nur noch lecker. Bedient wurden wir von einer grauhaarigen Schwarzen, mit einem dieser alten Omakitteln. Der Koch war ein dicker Kerl mit Tattoos, Pferdeschwanz und dickem Bauch und die Toilette durfte nur fünf Minuten benutzt werden aus Angst vor Junkies... wie gesagt, nicht der Ort, in dem man unbedingt hingehen würde, aber alles andere hatte bereits zu und wir wollten nicht richtig essen gehen...

Fastfoodlokale gibt es in der Innenstadt leider nicht, höchstens Starbucks (den dann aber an jeder Ecke... ich mach mal einen Tag eine Starbucksschnitzeljagd und fotographiere jeden, den ich sehe... ich glaube da bin ich eine Woche beschäftigt. Es gibt Starbucks an jeder Strassenecke. In einer kleinen Mall hier hat's sogar drei Stück. Alle innerhalb von 500 Metern... ich schweife ab...)... höchstens Starbucks also: Deshalb sind wir in den Laden rein, weil er als einziger noch geöffnet hatte. Naja das Ergebnis hatte ich ja bereits vorweggenommen: gerne wieder!

Zurück zu meinen Erkenntnissen durch Sue und ihren Freund. Eines blieb nämlich wirklich hängen: Ich hatte mit dem Polizist und der roten Ampel mehr Glück als Verstand. Die Cops in Seattle sind diesbezüglich wohl extrem scharf und buchten einen entweder direkt für einen Tag ein oder/und kassieren 50 Dollar Strafe... aber auch da zieht die Exotenkarte. Die hat ohnehin was :-)

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